Ehrenkodex

Ehrenkodex und Berufsethik des Verbandes CNCP: Nationale Koordination der Berufsberatung

Der Kodex ist eine Reihe von Prinzipien und Regeln, die die Richtlinien für die Tätigkeit der Beratermitglieder der CNCP bilden.
Der Kodex basiert auf gemeinsamen Prinzipien und Werten zu den verschiedenen theoretischen Orientierungen und Normen der Berufspraxis, für den Schutz der Kunden und des Profis selbst. Der Kodex gilt auch für die Ausbildung, Supervision, Forschung, Publikation und alle Aktivitäten, die ihm zugeordnet werden können. Der Kodex bezieht sich auch auf die Richtlinien des Gesetzes 4/2013 zur Regelung der Berufe, im Auftrag von Hochschulen.

Inhaltsverzeichnis
Einleitung
A: Zweck der Beratung
B: Eigenschaften der Beraterbeziehung
C: Vertragserfüllung
D: Kompetenzen und Verantwortung des Beraters
E: Beziehung des Beraters -Gesellschaft
F: Ausbildung als Berater

A: Zweck der Beratung
Beratung, wie im Artikel 6 des Statuts des CNCP definiert, ist ein relationaler Prozess zwischen Berater und einem oder mehreren Klienten (Einzelperson, Familien, Gruppen oder Institutionen) mit dem Ziel, ihnen Chancen und Unterstützung zu geben, ihre Ressourcen zu entwickeln und ihr eigenes Wohlbefinden wie die Förderung des Individuums anzutreiben und als Mitglieder der Gesellschaft durch die Auseinandersetzung mit spezifischen Herausforderungen oder Krisen umgehen zu lernen.
Der Berater arbeitet im Respekt der Würde, der Autonomie und der Selbstbestimmung der Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht und sexueller Orientierung, ethnischer Herkunft und Kultur, Religion, Nationalität, sozialer Status, Ideologie und institutionellen und sozialen Bedingungen.

 

B: Eigenschaften der Beraterbeziehung
Die Beratung in mündlicher oder schriftlicher Form, hat ihre Grundlage bei den Bedürfnissen der Klienten, eine gegenseitige Achtung und Respekt und präzis definierte Berufsgrenzen. Der Berater, der sich persönlicher sowie kultureller Differenzen bewusst ist, erkennt die Freiheit des Klienten sich auszudrücken, seine Überzeugungen und Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen, von seinem Recht auf Selbstbestimmung Gebrauch zu machen und seine Ziele für seine eigene Weiterentwicklung und Wohlbefinden zu stabilisieren.
Im Bezug auf jeglichen Verhaltensaktes, verbal oder non-verbal, wird stets professionell bewertet und nach dem theoretischen Modell des Prozesses der professionellen Beratung Rücksicht genommen.

 

C: Vertragserfüllung
Der professionelle Service wird durch eine ausdrückliche vertragliche Vereinbarung geregelt und endet mit dem Abschluss des Vertrags. Berater und Klient haben gegenseitige Rechte und Pflichten in Übereinstimmung mit diesem Ehrenkodex und Berufsethik, die der Berater ausdrücklich strukturiert hat. Diese Rechte und Pflichten im Bezug auf die professionelle Beziehung und im allgemeinen und spezifischen Bereich, gelten nur während dieser Dienstleistung.
Der Berater hat die Wahl diesen professionellen Dienstleistungsservice abzulehnen oder anzunehmen.
Die wirtschaftliche Komponente sollte in der ersten professionellen Sitzung klar festgelegt werden und die Veränderung des Honorars erfolgt nur wenn dies am Anfang des Vertrags so vorgesehen wurde.
Jedes beliebige Mal , wenn es notwendig ist Veränderungen des Vertrages vorzunehmen, ist der Berater verpflichtet, dies mit seinem Klienten und allen anderen beteiligten Personen abzusprechen und Ihre Zustimmung zu erhalten.
Während der Unterbrechung der Sitzung oder der Verbindung, unabhängig davon welcher Ursache, muss sich der Berater bemühen, seinem Klienten so wenig Unannehmlichkeiten wie möglich zu bereiten.
Es gehört zur Verantwortung des Beraters das Verhältnis während diesem bestimmten Zeitraums der sogenannten Beziehung aufrecht zu erhalten. Es gehört ebenfalls zu den Aufgaben des Beraters, Ziele, Inhalte sowie kein unangemessenes Überschneiden im Hinblick auf psychotherapeutische Behandlung zu schaffen.
Die erhaltenen und preisgegebenen Informationen während der Beratung müssen im beruflichen Kontext bleiben. Es ist empfehlenswert, dass am Anfang der beruflichen Beziehung Einschränkungen und Grenzen explizit aufgezeigt und festgelegt werden, um das Vertrauen während der Beratungen zu gewähren. Jeder nachfolgende Konflikt innerhalb der professionellen Beziehung muss klar und transparent mit dem Klienten selbst, im Hinblick auf seine Wahrung der Rechte und der Privatsphäre besprochen und geklärt werden. In Situationen wo sich eventuell die Möglichkeit die Verletzung der Schweigepflicht ergibt, ist es ratsam dass sich der Berater eine schriftliche Zustimmung des Klienten besorgt. Der Berater ist sich bewusst, dass er, falls es von Justizbeamten (Richter) verlangt wird, eine Aussage nicht verweigern darf, bezüglich alles was er während des Herganges seiner Tätigkeit erfahren hat. Jedoch darf er den Klienten benachrichtigen und warnen.

 

D: Kompetenzen und Verantwortung des Beraters
Der Berater kümmert sich, immer auf dem neuesten Stand der aktuellen Gesetzgebung im Bezug auf die Praxis als Berater zu sein. (Art.5 der CNCP-Statuten)
Es gehört zur Verantwortung des Beraters im Bereich der Kompetenzen, die er sich angeeignet hat und auch eine angemessene und zertifizierte Ausbildung hat, zu handeln. (Art.7 der CNCP-Statuten)
Bei einer professionellen Beziehung, ab der ersten Begegnung, hat der Berater die Aufgabe den Austausch von Informationen zwischen den beiden Parteien zu fördern.
Der Berater akzeptiert Kunden die vorhandene Probleme bei denen er bereits Erfahrung und Kompetenz aufweisen kann; Er weiß die Situation zu erkennen bei denen seine Beratung und/oder Aufsicht oder die Weitervermittlung an einen anderen kompetenten, professionellen Berater von Vorteil ist. Außerdem beachtet er bei jeder Entscheidung, dass der Kunde ja keinen Nachteil oder Schaden aus der Sache erhält.
Die Grundlage der Beziehung zwischen Berater und Kunden sind Transparenz, Respekt der Person und seiner Probleme, Werte und Anliegen, immer mit dem Ziel, den Kunden zu erleichtern und der Errichtung eines gegenseitigen Vertrauens.
Der Berater vermeidet jegliche Schlussfolgerung während der Bereitstellung von professionellen Werten und/oder persönlichen oder, auch von anderen in irgendeiner Weise in dieser Beziehung beteiligten, Interessen. Insbesondere der Berater vermeidet eine Störung zwischen dem professionellen Verhältnis und dem Gefühls-, Sex- und Arbeitsverhältnis.
Im Falle von beruflichen Beziehungen, bei denen eine Bereitstellung von Provisionen an Dritte vorsieht, (Interventionen in Organisationen, interdisziplinäre Teams, mit Minderjährigen usw)oder bei der Präsenz von anderen im Gesundheitsbereich tätigen, ist der Berater gezwungen Kontakt mit Dritten aufzunehmen, immer unter Mitwissen des Kunden, relevante Informationen zur Verfügung zu stellen. Der Berater ist Teil des größeren Prozesses, beschränkt auf die gewisse Notwendigkeit.
Der Berater ist gezwungen, lokale Vorschriften zu beachten und sein Berufsgeheimnis, bei der Sammlung, beim Schutz und bei Weitergabe personenbezogener Angaben zu befolgen.
Der Berater bemüht sich immer konstant auf dem neuesten Stand im Bereich seiner Tätigkeit zu sein, um eine angemessene Leistung zu liefern und Antworten geben zu können.
Der Berater ist verpflichtet Missbrauch in jeglichem Bereich (Emotionen, Körperbelästigung, Gedanken, Ansichten usw) zu vermeiden. Dazu beitragen oder gar verwirklichen von Missbrauch gegenüber im Desinteresse des Klienten ist dem Berater nicht gestattet.
Der Berater hat nicht die Gewissheit, ob alle erhaltenen Informationen des Klienten der Realität entsprechen. Er geht davon aus, dass die gesamte Verantwortung der Klient trägt und dass es evtl auch zu einer Anzeige kommen kann und somit der Klient selber dafür verantwortlich ist.
Der Berater muss seinem Klienten die vollständigen und kompletten Informationen bieten und Ihn unterstützen. Außerdem müssen die Vertragsbedingungen von Anfang an klar definiert sein.

 

E: Beziehung des Beraters -Gesellschaft
Verletzt der Klient den Berater im Bereich von Fairness, Ehrlichkeit und Wertschätzung, kann der Berater ihm nicht mehr vertrauen und stellt sein Vertrauen und dem seines Berufes in Frage. Im Gebrauch der gewöhnlichen Kommunikationsmethoden und den öffentlichen Werbemitteln wird der Berater dazu aufgefordert, jegliche Bekanntgabe und Weitergabe zu vermeiden und eine falsche Vermutung und Erwartung zu schaffen.
Folgende Verhaltensweisen werden als illegal angesehen:
a) Die Offenlegung oder irreführende Informationen über ihre Professionalität, ihr Know-How und ihre Ausbildung
b) Kunden durch Schlechtmachung von Kollegen, oder anderen Berufsgruppen, anzuwerben
c) Vermittlungsprovessionen zu bezahlen oder wirtschaftliche Vorteile zu gewährleisten
Während der Ausübung seiner Tätigkeit bezieht sich der Berater ausdrücklich auf einen Verband oder eine Zugehörigkeit einer Berufsgruppe, um ein Arbeitsverhältnis aufzubauen und um Diskussionen über Bewertungskriterien führen zu können.
Er ist auch damit einverstanden, dass eventuelle Reklamationen und Beschwerden von Kunden und Klienten in der Gruppe besprochen werden (Artikel 19, Statut); er beschäftigt sich damit, vollständige und genaue Informationen weiterzuleiten und unterliegt im Falle auch einer Überwachung während eines angemessenen Zeitraums, Art. 3 komma VII des Reglement´s.
Die Bestimmungen dieser Berufsethik und das professionelle Verhalten gilt auch für die Tätigkeit der Aufsicht, beruflicher Weiterentwicklung oder Ausbildung.

 

F: Ausbildung als Berater
Die Bildungseinrichtungen sichern die Qualität der Ausbildung, sowohl im Hinblick auf die spezifischen Fähigkeiten der Dozenten und Ausbildern, als auch den Inhalt der Schulungen.
Zudem garantieren sie für interne Kontrollen, die Qualität der Aus- bzw. Fortbildungen und er Dozenten und Ausbilder, stellen Räumlichkeiten zur Verfügung, verfügen über aktuelle Weiterbildungschancen und bieten Diskussionen von verschiedenen Methoden und Erfahrungen an.
Die Bildungseinrichtungen sind für die Ethik- Ausbildung der Studierenden auf Grundlage der in diesem Kodex enthaltenen Grundsätze verantwortlich.
Die Ausbildungseinrichtungen erleben die beruflichen und psychophysischen Anforderungen der Schüler und am Ende der Ausbildung erkennen sie die Entwicklung der beruflichen Aktivität.
Aus diesem Zweck ist es wichtig, dass die Ausbildungseinrichtungen ständig die Qualität und das Niveau ihrer Kurse und Ausbildungsprogramme überprüfen und auch die Weiterentwicklung der Schüler konstant ihm Auge behalten.
Die Ausbildungsorganisation unterliegt den Prinzipien Transparenz und Klarheit gegenüber anderen Bildungsstätten, den Lehrern und den Schülern; klare, vollständige Informationen über die Programme, die Organisation von Kursen und deren Kosten, internen Vorschriften und gesetzliche Regelungen sind erforderlich.
Die Bildungseinrichtungen sind die pädagogische Funktion zwischen der Beziehung zwischen Lehrer und Schüler und trägt die Verantwortung, Gefahr von Missbrauch zu vermeiden.
Die Ausbildungsorganisation respektieren und fordern Respekt gegenüber ihren eigenen internen Vorschriften und ihrem Berufsgeheimnis.
Die Hauptaufgabe der Bildungseinrichtungen ist es, ihre Schüler zu begleiten und ihnen die bestmöglichen Weiterbildungschancen zu bieten und ihnen die zustehende Ausbildung zu gewährleisten.
Die Ausbildungsorganisationen vermeiden Konkurrenzverhalten und unlauteren Wettbewerb gegen andere Bildungseinrichtungen und verpflichten sich, mit den als Grundlage geltenden Vorschriften zu arbeiten.